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Wort zum Sonntag von Manfred Müller, Diakon

Sag mir, wo die Werte sind.

Na klar, ich habe auch so manchen Mist gebaut als Jugendlicher. Meiner Klavierlehrerin habe ich einmal den Stundenplan von ihrer Türe geklaut und zehn Meter weiter in einen Schaukasten gesteckt. Ich weiß gar nicht mehr, wie sie es herausgefunden hat. Jedenfalls kam ich um Haaresbreite um einen Verweis herum. Ja, ich habe auch mal eine Fensterscheibe mit dem Fußball eingeschossen. Erschrocken bin ich davongerannt. Und habe es später dann doch noch "gebeichtet".

Und natürlich habe ich auch als Erwachsener "richtige" Fehler gemacht, die mir leid tun. Mich dafür zu entschuldigen, ist mir schwer gefallen. Aber es war doch immer der einzig richtige Weg, damit es wieder gut miteinander weitergehen konnte.

Es gab aber Grenzen, Linien, über die ich nie drübergegangen wäre. Klauen zum Beispiel oder Gewalt gegen andere. Ich hätte nie Wahlplakate zerstört. Ich hätte nie jemanden wegen seiner Nationalität oder Hautfarbe verspottet. Ich bin nicht davongefahren, als ich einmal an einem anderen Auto hängengeblieben bin. Und ich hätte auch nie beim Fußball jemanden absichtlich gefoult oder verletzt.

Und warum? Weil ich das Glück habe, mit Werten aufgewachsen zu sein, die mir einen guten Rahmen für mein Leben gegeben haben. Da stecken natürlich die christlichen Werte dahinter, auch wenn das meine Eltern nie lautstark vor sich her posaunt haben. Diese Werte waren es auch, die mir Schule, Sportverein oder Jugendgruppe vermittelt haben, durch starke Persönlichkeiten, an die ich mich noch heute gut erinnere. Werte, die für mein Leben unglaublich wertvoll sind.

Wenn wir heute die Nachrichten verfolgen, begegnen uns immer wieder Situationen, in denen die grundlegenden Werte des Zusammenlebens scheinbar nicht mehr wichtig sind. Das reicht vom kleinen Dorf bis hin in die großen Schaltzentralen der Macht. In unseren Familien, Gruppen und Gemeinschaften wird der Grundstein dafür gelegt, welche Werte Kinder und junge Menschen umsetzen. Um damit letztlich ihre kleine Welt, aber auch unsere Gemeinden und Städte, unsere Vereine, unsere Kirche mitzugestalten. Diese Verantwortung und Aufgabe bleibt uns allen ein Leben lang.

Manfred Müller,
Diakon im Pastoralen Raum Hammelburg