Hausgottesdienst am
3. Sonntag der Osterzeit
19. April 2026
Lied:Gl 775, 1-3: Das neue Morgenrot erglüht...
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze
Gedanken zur Hinführung:
Schon zwei Wochen sind seit dem diesjährigen Osterfest bereits wieder vergangen. Der Alltag holt uns wieder ein. Die alltäglichen Aufgaben, sorgen, Fragen, Ängste fordern uns wieder ein; verlangen unsere Aufmerksamkeit. Auch wir laufen dabei Gefahr, den Auferstandenen zu übersehen, der bei uns sein und bleiben will.
Stimmen wir ein in das Loblied auf Gott, der uns nun nahe kommen will.
Lied:Gl 800: Lasst uns gott, dem Herrn lobsingen...
Gebet:
Lebendiger Gott,
alles, was lebt, hat seinen Ursprung in dir.
Wir danken dir für Jesus Christus, deinen Sohn,
durch den du der Welt neues Leben
und eine blühende Zukunft geschenkt hast.
Lass durch ihn zur Entfaltung kommen,
was in uns steckt.
Darum bitten wir durch ihn,
Jesus Christus,
der mit dir und dem hl. Geist lebt und wirkt,
heute und in Ewigkeit. Amen (Heriburg Laarmann - Bunt und schön ist unser Leben - S. 133)
Ruf vor dem Evangelium:Gl 721
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 21, 1-14)
Jesus offenbarte sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
oder: In leichter Sprache
Jesus war auferstanden. Jesus lebte. Jesus zeigte den Freunden immer wieder, dass er lebt. Und dass er immer da ist. Einmal war es so: Einige Freunde waren zusammen. Petrus und Johannes waren auch dabei. Die Freunde wollten zusammen Fische fangen. Mit einem großen Fischnetz. Am besten geht das Fischefangen in der Nacht. Die Freunde fischten die ganze Nacht. Aber die Freunde fingen keinen einzigen Fisch. Die Freunde fuhren mit dem Boot an das Land zurück. Am Land stand ein Mann. Der Mann war Jesus. Die Freunde merkten nicht, dass der Mann Jesus ist. Jesus fragte die Freunde: Habt ihr Fische gefangen? Habt ihr etwas zu essen? Die Freunde sagten: Nein, wir haben keinen einzigen Fisch gefangen. Jesus sagte: Fahrt noch einmal los. Werft das Netz auf der rechten Seite vom Boot aus. Dann fangt ihr viele Fische. Die Freunde fuhren mit dem Boot los.Die Freunde warfen das Netz auf der rechten Seite aus. Die Freunde fingen viele Fische. Das Fischnetz ging fast kaputt. Weil das Netz so voll war. Johannes sagte zu Petrus: Der Mann da vorn am Strand ist Jesus. Als Petrus das hörte, freute er sich.Petrus sprang sofort ins Wasser. Petrus wollte schnell bei Jesus sein. Die anderen Freunde kamen mit dem Boot und den Fischen hinterher. Das dauerte etwas. Als alle am Strand waren, brannte ein Grillfeuer. Auf dem Grillfeuer waren Fisch und Brot. Jesus sagte zu den Freunden: Bringt einige von euren gefangenen Fischen.
Petrus zog das Netz mit den Fischen ans Land. Es waren sehr viele große Fische.Jesus sagte zu den Freunden: Kommt her und esst. Jesus gab den Freunden das Brot und den Fisch zum Essen. © katholisches bibelwerk
Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...
Predigtgedanken
Bei der Planung von Veranstaltungen oder neuen Projekten wird Kritik oder Ablehnung oft in drei Standardargumente verpackt:
„Das haben wir noch nie so gemacht!“
„Das haben wir schon immer so gemacht!“
„Wo kämen wir denn dahin?“
Bei den Jüngern am See Genezareth, dem See von Tiberias erleben wir ein ganz ähnliches Verhaltensmuster. Zurück zum Vertrauten - zurück zum vertrauten Ort, der angestammten Heimat; zurück in den vertrauten Beruf als Fischer - zurück zu den bisher bewährten Fangmethoden.
Das kennen wir vielleicht auch aus unserem eigenen Leben. Das Vertraute gibt Sicherheit, schafft einen bewährten Rahmen, in dem man sich auskennt und sich auf keine unliebsamen Überraschungen gefasst machen muss. In unserer immer komplizierter werdenden Welt suchen wir nach etwas Bleibendem, nach etwas, das Halt gibt.
Jedoch: Mit Ostern hat sich alles verändert. Wenn wir Ostern ernst nehmen, erkennen wir, dass die alten Muster nicht mehr zählen und nicht mehr funktionieren.
Nach dem alten Muster heißt es: Tot ist tot.
Nach Ostern heißt es: Der Tod spricht nicht das letzte Wort.
Auch im Umgang mit Schuld und Versagen stößt Ostern Türen auf: Das erleben wir am Beispiel des Petrus. Wie oft erleben wir in unserem eigenen Denken und Handeln die allzu menschliche Reaktion: „Das, was Du mir angetan hat, kann ich dir nicht verzeihen. Geh mir aus den Augen. Für mich bist du gestorben.“
Auch Petrus spürt die Folgen seiner im Grunde unverzeihlichen dreimaligen Verleumdung. Ausgerechnet er, der sich im Abendmahlssaal noch damit gebrüstet hat, sein Leben für Jesus hingeben zu wollen.
Und dann hat er sich - als es wirklich darauf ankam - blamiert bis auf die Haut. Mit seinem Verhalten hat er sich bloßgestellt. Das wird ihm in der Begegnung mit dem Auferstandenen am See wieder schmerzlich bewusst. Und auch sein Gewand, das er unsinnigerweise wieder anliegt, bevor er ins Wasser springt, soll wohl diese Scham, die Bloßstellung überdecken.
Aber auch diese menschliche Logik, dass eine Schuld so groß werden kann, dass sie nicht mehr vergeben werden kann, stößt bei der Begegnung mit dem Auferstandenen an seine Grenze. Durch den Auferstandenen wandelt sich die Leere in Fülle, das Scheitern in eine neue Chance, Schuld in Vergebung, Tod in Leben.
Und das gilt nicht nur für die frühe öesterliche Gemeinschaft im Boot auf dem See. das gilt auch für uns als österliche Gemeinde unserer Zeit.
Glaubensbekenntnis:Gl 790,1-4: Ich glaube an den Vater...
Lied:
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen. Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will. Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Fürbitten:
Herr Jesus Christus, dein Geist des Friedens und der Versöhnung durchdringe unser Leben und das Leben aller Menschen. Wir bitten dich:
➢ Wir beten für die Menschen in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten und an vielen anderen Orten dieser Welt, deren Leben bedroht ist durch Gewalt, Terror und Krieg.
➢ Wir beten für alle, die Verantwortung tragen für Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden in der Welt, dass sie dieser Verantwortung auch nachkommen.
➢ Für alle, die sich schwer tun, mit der eigenen Schuld und dem eigenen Versagen angemessen umzugehen.
➢ Wir beten für alle Kinder, die in diesen Tagen und Wochen die Erstkommunion feiern und die Jugendlichen, die auf den Empfang der Firmung zugehen.
➢ Wir beten für alle Verstorbenen, an die wir uns jetzt besonders erinnern. Führe sie zur Erfahrung der Auferstehung.
Herr, unser Gott! Auf dein Wort hin machen wir uns wieder neu auf den Weg, wagen wir neu den Aufbruch. Bleibe mit uns auf dem Weg. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Vater unser
Herr Jesus Christus, im Vertrauen auf das Wort Gottes, das du uns offenbarst und nahe bringst, öffnen wir unsere Herzen. Mit deinen Worten dürfen wir beten: Vater unser…
Lied:Gl 474, 1+3+4: Wenn wir das Leben teilen...
Gebet:
Lebendiger Gott, wir danken dir,
dass wir durch deinen Sohn Jesus Christus erfahren haben,
dass im Tod das Leben zu finden ist.
Durch dich verwandelt und gestärkt,
gehen wir in unseren Alltag zurück.
Lass uns neue, österliche Menschen sein,
Menschen der Freude und der Hoffnung,
Menschen, die glauben,
dass sie kostbar, einmalig und von dir geliebt sind.
Lass uns al neue Menschen leben und entfalten,
was in uns steckt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, der gekommen ist, um uns Leben zu bringen, Leben in Fülle. Amen (Nach: Heriburg Laarmann - Bunt und schön ist unser Leben - S. 140)
Segen:
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott -
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 835, 1-3: Wer glaubt, ist nie allein…
