Die dortige Wallfahrtskirche ist ein Pilgerort mit dem Bild der "lächelnden Madonna" und der Heilquelle, die gläubigen Pilgern Trost und Mut spendet.
Ursprung
Der Ursprung der Thulbaer Wallfahrt geht vermutlich auf die Pestzeit des 16. Jahrhunderts zurück. Die Wallfahrt lässt sich durch Eintragungen in den Kirchenbüchern bis 1890 zurückverfolgen. Damals wurde die Strecke ausschließlich zu Fuß gemeistert. Die Spitze der Wallfahrt bildet der geschmückte Wallfahrtsstab, der die Muttergottes von Retzbach darstellt. Dieser Stab ist für die Thulbaer Wallfahrer auch heute noch das Symbol ihrer Wallfahrt.
Ablauf
Am Samstagmorgen werden die Wallfahrer in der St.-Lambertus-Pfarrkirche Thulba mit dem Morgensegen verabschiedet.
Der Weg führt auf dem Fahrradweg über Obererthal, Untererthal und Hammelburg bis zum Lager Hammelburg. Ab da führt der Pilgerzug durch den Truppenübungsplatz, für den jährlich eine Sondergenehmigung beantragt werden muss. In Bühler/Münster wird traditionell das Mittagessen eingenommen. Der weitere Weg führt über Stetten nach Retzbach fast ausschließlich durch die spätsommerliche Natur. Mit dem Lied "Oh Freuden über Freuden ..." ziehen die Pilger in die Wallfahrtskirche ein. Krönender Abschluss ist am Abend der Gottesdienst mit Lichterprozession.
Am Sonntag nach dem Morgensegen beginnt der Rückweg. Um ca. 20:15 Uhr werden die Wallfahrer in Thulba vom Pfarrer und der Ortsbevölkerung ab der unteren Au in die Kirche zurückbegleitet.
Das "Drumherum"
Ein Wallfahrtswochenende muss auch geplant und organisiert werden. Ansprechpartner ist der Wallfahrtsführer mit seinem Team. Dazu gehört das Organisationsteam, das sich um die Strecke, die Genehmigungen, die Pausen, die Übernachtungen, die Sicherheit, die ärztliche Versorgung und alles Notwendige rund um den Weg kümmert. Wichtig für die spirituelle Begleitung ist das Vorbeterteam, die Thulbaer Wallfahrtsmusikanten UND der Stabträger, der die Wallfahrt anführt.
In diesen vielen Jahren haben sich immer wieder Menschen aus Thulba gefunden, die diese Tradition weiterführen. Und nicht nur Thulbaer: Reither, Hetzloser, Frankenbrunner, Obererthaler, Untererthaler und viele interessierte Gläubige aus dem Pastoralen Raum, die im Gebet, musikalisch und auch organisatorisch die Wallfahrt am Leben halten.

