Lied:
Nun jauchzt dem Herren
(Gotteslob 144)
Einleitung
Wer sind wir Christen und Christinnen? Woran erkennen die Mitmenschen uns? Jesus sagt das mit zwei Bildworten: Wir Christen sind Salz der Erde und Licht der Welt. Wie das Licht und das Salz wichtig sind für das Leben im Alltag, so haben wir als Freunde von Jesus in dieser Welt unseren Platz und unsere wichtige Bedeutung. Hören wir Gottes Wort. Es ermutigt uns, sich als Jesu Freunde zu bewähren. Lassen wir uns stärken, wenn wir ihn empfangen. Er hat sich für uns hingegeben. Jesus, der Auferstandene, der uns ermutigt, der uns aussendet, ist in unserer Mitte. Ihn bitten wir um sein Erbarmen.
Kyrie-Ruf
Herr Jesus Christus, du Brot des Lebens, für uns hingegeben.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus, du Licht in der Dunkelheit unseres Lebens, unserer Sorgen und Nöte.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus, du Hoffnung in aller Verzweiflung dieser Welt.
Herr, erbarme dich.
Gebet
Jesus, du traust uns, die wir dich lieben, die wir dich hören, die wir mit dir jetzt feiern, du traust uns Gutes zu. Deine Worte mögen uns helfen, Licht für die Welt und Salz der Erde zu sein. So kann hier anfänglich geschehen, was dein Wille ist.
Amen.
Evangelium (Matthäus 5, 13-16)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Gedanken zum Evangelium:
Die Tafel ist festlich gedeckt. Dampfende Schüsseln stehen bereits auf dem Tisch und verbreiten verführerischen Duft. Alles sieht wunderbar aus. Und das Wasser läuft einem im Munde zusammen. Man freut sich auf ein gutes Essen.
Doch der erste Bissen ernüchtert: Es schmeckt nicht schlecht – aber irgendwie fad. Man weiß nicht genau, was fehlt, aber man merkt: So war das nicht gedacht. Fast automatisch greift die Hand zum Salzstreuer. Eine kleine Prise – und plötzlich entfaltet sich der Geschmack.
Szenenwechsel: Man kommt abends nach Hause, der Raum ist dunkel, man tastet sich vorwärts, hier war doch irgendwo der Lichtschalter. Erst als das Licht angeht, wird klar: So soll dieser Raum wirken: warm, freundlich, bewohnbar.
Salz und Licht. Zwei Dinge, die selten im Mittelpunkt stehen. Und doch merkt man sofort, wenn sie fehlen. Genau solche Bilder verwendet Jesus. Keine komplizierten Gleichnisse. Keine religiösen Fachbegriffe. Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Fertig.
Auffällig ist, wie Jesus das sagt. Er sagt nicht: „Bemüht euch darum!“ oder „Strengt euch mehr an!“ Er sagt auch nicht: „Vielleicht werdet ihr es einmal.“ Er sagt: „Ihr seid es!“ Das ist zuerst eine Zusage. Aber es ist auch eine Verantwortung.
Denn Salz existiert nicht für sich selbst. Es bleibt unscheinbar. Es wird nicht bewundert.
Und doch verändert es alles. Schon wenig genügt. Das ist eine befreiende Botschaft. Gerade für Menschen, die denken: „Was ich tue, ist doch nichts Besonderes.“ Ein aufmerksames Zuhören. Ein Wort zur richtigen Zeit. Ein Dabeibleiben, wenn andere sich abwenden. Ein klares Nein, wo es bequemer wäre zu schweigen. All das wirkt – auch wenn es klein erscheint.
Dann wird Jesus plötzlich sehr deutlich: „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, taugt es zu nichts mehr.“ Das klingt hart. Aber es ist keine Drohung. Es ist eine nüchterne Beobachtung. Salz, das nach nichts schmeckt, fällt nicht auf. Es „würzt“ nichts. Es verändert aber auch nichts mehr.
Übertragen heißt das: Glaube verliert seine Kraft, wenn er nur noch angepasst ist. Wenn er niemandem widerspricht. Wenn er alles hinnimmt, um ja nicht unangenehm zu sein.
Das ist uns doch allen schon einmal passiert: Man hätte etwas sagen können – und hat geschwiegen. Man hätte Haltung zeigen können – und hat sich zurückgezogen. Aus Angst. Aus Müdigkeit. Oder aus Bequemlichkeit.
Jesus spricht genau diese Gefahr an. Und dann wechselt er das Bild: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Auch Licht ist nicht für sich selbst da. Man zündet keine Leuchte an, um sie zu verstecken. Man stellt sie nicht unter einen Scheffel, also unter einen Topf. Man schaltet kein Licht ein, um danach die Sonnenbrille oder Schlafmaske aufzusetzen. Das ergibt keinen Sinn.
Eine Stadt auf dem Berg kann nicht verborgen bleiben. Wer christlich lebt, bleibt sichtbar – ob er will oder nicht. Im Tonfall. Im Umgang mit anderen. In Entscheidungen. In dem, wofür man Zeit hat – und wofür nicht.
Dabei geht es Jesus ausdrücklich nicht um Selbstdarstellung. Nicht der Mensch soll glänzen. Gott soll aufleuchten durch das, was geschieht. Vielleicht liegt hier der Kern dieses Evangeliums: Es geht nicht darum, heller zu scheinen als andere. Es geht aber auch nicht darum, absichtlich „dunkel“ zu bleiben. Nicht den Geschmack zu verlieren, um niemanden zu stören. Nicht das Licht zu dämpfen aus Angst, anzuecken. Salz darf salzig sein. Licht darf leuchten. Nicht grell. Nicht überheblich. Aber klar.
Dieses Evangelium traut mir genau das zu. Dass ich wirke – mitten im Alltag. Unaufgeregt. Echt. Und spürbar. Nicht perfekt. Aber wirksam.
(Frank Greubel)
Lied:
Hilf, Herr meines Lebens (Gotteslob 440)
Fürbitten
Zu unserem Herrn, Jesus Christus, der in denen wirkt, die ihm nachfolgen, beten wir:
Erneuere deine Kirche, dass sie deine Liebe immer mehr ausstrahlt und sich auf ihre eigentliche Berufung besinnt.
Segne alle Frauen und Männer, die still und selbstverständlich durch treue Liebe und Zuwendung Licht der Welt und Salz der Erde sind.
Gib, dass der Friede und das Ende aller Kriege der wichtigste Wunsch aller Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf der ganzen Welt bleibt.
Wir beten für die Kinder und Jugendlichen auf der ganzen Welt. Hilf ihnen, damit sie das Leben in Zukunft gestalten können.
Erfülle mit Mut alle, die mit großen Schwierigkeiten und Sorgen belastet sind.
Erbarme dich unserer Verstorbenen.
Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit.
Amen.
Einleitung zum Vaterunser
Auch die Gebete, die uns immer wieder begegnen, können zum Licht für andere Menschen werden, wenn sie in mit unserem Leben gefüllt werden.
Deshalb beten wir voll Vertrauen:
Vater unser ...
Segensgebet
Das Alte Testament erzählt von der Erfahrung des Volkes Israel mit dem Vater.
Er schenke uns seinen Segen.
Die Evangelien erzählen von den Worten und Zeichen Jesu.
Er schenke uns seinen Segen.
Die Briefe des Neuen Testaments erzählen davon, wie Menschen im Heiligen Geist ihren Alltag gestaltet haben.
Er schenke uns seinen Segen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes begleite uns durch diese Woche und lasse uns Licht sein für unsere Welt.
Amen.
Lied:
Selig seid ihr
(Gotteslob 458)

