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3. Sonntag der Osterzeit im Jahreskreis (A)

Hausgottesdienst, 19. April 2026

Lied:

Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit
(GL 325)
 

Einleitung

Kein Fest im Kirchenjahr prägt fünfzig Tage lang die liturgischen Feiern. Die Auferstehung Christi war die totale Wende im Leben der Jüngerinnen und Jünger Jesu. Auch in unseren Nullpunkten will der Auferstandene neue Lebensgeister wecken. Das unterstreicht der wunderbare Fischfang im heutigen Evangelium. Wo alles menschliche Mühen erfolglos war, hören die Jünger auf Jesu Wort und erfahren seine göttliche Lebenskunst. Auch jetzt will Christi Wort in uns wirksam werden und durch uns mehr in Bewegung bringen als wir durch eigene Kraft vermögen. Zu Christus, der uns immer näher kommen will, rufen wir: 
 

Kyrie-Ruf

Herr Jesus Christus,
du bist den Jüngern erschienen und hast ihren österlichen Glauben bestärkt.
Herr, erbarme dich.

Du lebst und willst göttliches Leben schenken.
Christus, erbarme dich.

Du kannst uns mehr geben, als wir je verdienen.
Herr, erbarme dich.
 

Gebet

Allmächtiger Gott, lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen und die Auferstehung unseres Herrn preisen, damit das Ostergeheimnis, das wir in diesen fünfzig Tagen feiern, unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
 

Evangelium (Joh 21,1-14)

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. 
 

Gedanken zum Evangelium

„Zurück in die Zukunft!“ Längst hat dieser Kinofilm der späten 80er Jahre Kultstatus erreicht. Die Geschichte eines jungen Mannes, der mit einer Zeitmaschine 30 Jahre zurückreist, seine eigenen Eltern in deren Teenager-Phase erlebt und so ganz neue Erkenntnisse zu seiner eigenen Lebensgeschichte erlangt.
„Zurück in die Zukunft!“ – so können wir auch den heutigen Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium überschreiben. Am Anfang steht das „Zurück“ – in den alten Trott, in die bewährten Strategien, in die gewohnten Erfahrungsfelder.
Sieben der zwölf kehren in ihre Vergangenheit zurück, an den See Gennesaret, und gehen wieder ihrem angestammten Beruf nach. Doch dieses Mal nützt die langjährige Berufserfahrung nichts. Die Netze, die Boote, die Hände bleiben leer.
Doch dann beginnt die Zukunft. Ganz allmählich. Im Morgengrauen. „Als es Morgen wurde“ stand Jesus am Ufer. Im Zusammenhang mit dem Ostertag ist es immer wieder der „frühe Morgen“ an dem Maria von Magdala, die anderen Frauen, Johannes und Petrus mit der Erfahrung der Auferstehung konfrontiert werden.
Wir dürfen dies durchaus bildlich und symbolisch verstehen. Im Morgengrauen, in der Dämmerung sehen wir noch nicht klar. Vieles erscheint uns noch schemenhaft und verschwommen. Uns fehlt noch der letzte Durchblick. So auch hier.
Die Sieben erkennen den Auferstandenen noch nicht. Und sie müssen ihm und sich selbst eingestehen: Wir stehen vor dem Nichts. Wir stehen mit leeren Händen da. Es gibt nichts, was unser Leben erfüllt. Wir funktionieren, aber wir leben nicht.
Die Zukunft mit dem Auferstandenen zeichnet sich aber dadurch aus, die gewohnten Muster hinter sich zu lassen und ganz Neues zu wagen. Kein erfahrener Fischer käme auf die Idee, tagsüber zum Fischen ausfahren zu wollen. Alle Erfahrung spricht dagegen. Und dennoch stellt sich eine überraschende Fülle ein. 153 Fische: das ist die Zahl der damals bekannten Fischarten. Und es stellt uns das Bild einer Kirche von Menschenfischern vor Augen, die einmal bis an die Grenzen der Erde gehen soll und alle Menschen zu Jüngerinnen und Jüngern Jesu machen soll.
Brot und Fisch – beides steht für den Auferstandenen. Seit dem letzten Abendmahl erkennen wir im gebrochenen Brot den Leib des Herrn, den Leib Christi. Und die frühen Christen wählten den Fisch zum Symbol für den Auferstandenen, weil sich aus den Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch – ichtys – das Christusbekennntis ableiten ließ: Aus den Anfangsbuchstaben des Wortes ichtys werden neue Worte: Iesous – Christos – Theou – Hyos – Sotèr, also: Jesus – Christus – Gottes – Sohn – Retter. Daher findet sich das Fisch-Symbol bis heute auf Taufsteinen oder auch auf Autos. Es ist ein verschlüsseltes Bekenntnis zu Christus.
Neu sehen lernen, dem Auferstandenen in unserem Alltag begegnen, seine Gegenwart im Hören auf sein Wort und im gemeinsamen Brechen des Brotes immer wieder erspüren: Das ist auch uns aufgegeben, damit unser Weg in eine gute Zukunft führt.

(Wolfgang Kempf)
 

Lied:

O Licht der wunderbaren Nacht
(GL 334)
 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast als Mensch unter Menschen gelebt und kennst auch die Sorgen und Nöte unseres Alltags. Du siehst, wie wir Menschen uns manchmal vergeblich mühen. Deshalb bitten wir dich:
Für alle, die sich weltweit für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Natur einsetzen. Jesus Christus, sei du ihnen nahe.

Für alle, die sich in der Kirche ehrenamtlich und beruflich engagieren.
Jesus Christus, sei du ihnen nahe.

Für die Menschen, die auf ihrer Arbeit mit Misserfolgen zurechtkommen müssen, und für die, die sich erfolglos um eine Arbeitsstelle bemühen.
Jesus Christus, sei Du ihnen nahe.

Für alle, die Kinder und Jugendliche erziehen und manchmal die Früchte ihrer Arbeit nicht erkennen können.
Jesus Christus, sei Du ihnen nahe.

Für die kranken, alten und schwachen Menschen, die darunter leiden, dass sie nicht mehr viel leisten können.
Jesus Christus, sei Du ihnen nahe.

Für alle Verstorbenen.
Jesus Christus, sei Du ihnen nahe.

Schenke uns allen immer wieder Erfahrungen deiner Nähe und lass uns daraus neuen Lebensmut gewinnen.
Darum bitten wir dich, unseren Gott und Herrn.
Amen. 
 

Einleitung zum Vaterunser

Jesus sandte seine Jünger, weil er selber im Auftrag des Vaters handelte. Zu diesem Vater, der seinem Sohn die Zukunft aller Glaubenden anvertraut hat, wollen wir beten:  
Vater unser im Himmel …
 

Segensgebet

Es lebe in uns die Liebe des Vaters, der seinem Sohn Leben geschenkt hat und uns allen Leben schenken will. Es führe uns die Nähe des Sohnes, der uns nicht allein lassen will. Es ermutige uns die Kraft des Geistes, der in uns lebendig ist.
Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, erfülle uns und begleite unser ganzes Leben.
Amen.
 

Lied:

Manchmal feiern wir mitten im Tag
(GL 472)