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26.04.2026 - 4. Sonntag der Osterzeit

Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben

Im Evangelium des kommenden Sonntags hören wir ein zentrales Wort Jesu: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Dieses Wort fasst die Bilder und Gleichnisse zusammen, in denen Jesus sich als der gute Hirte beschreibt – einer, der die Menschen kennt, sie begleitet und ihnen Schutz und Orientierung gibt. Auch wenn das Bild der Schafe heute fremd wirkt, macht Jesus mit diesem Satz deutlich, worum es ihm geht: Er will den Menschen den Weg zu einem erfüllten Leben zeigen und sie dorthin führen.

Doch was bedeutet „Leben in Fülle“ eigentlich? Viele verstehen darunter ein gelungenes Leben im irdischen Sinn: Gesundheit, Sicherheit, Familie, Freundschaften, Wohlstand oder schöne Erfahrungen wie Reisen. Jeder Mensch verbindet damit eigene Wünsche und Vorstellungen. Auch in Nachrufen wird oft betont, dass ein Verstorbener ein erfülltes Leben hatte – sichtbar etwa an Familie, Besitz oder Erlebnissen.

Es ist daher wichtig, immer wieder zu hinterfragen, was wirklich wesentlich ist. Jesus meint mit dem „Leben in Fülle“ nämlich mehr als ein gelungenes irdisches Leben. Seine Botschaft überschreitet die Grenzen von Raum und Zeit und öffnet den Blick auf das Ewige. Für ihn bedeutet Leben in Fülle die Vollendung des Menschen in der liebenden Gegenwart Gottes – das ewige Leben. Als „Tür“ weist er den Weg dorthin: Wer ihm folgt, erreicht das Ziel, zu dem Gott ihn berufen hat.

Diese Perspektive wird auch von Franz von Sales aufgegriffen, der sagt: „Die Liebe Gottes zerstört nicht, sie vollendet.“ Gott sehnt sich danach, dass der Mensch seine Liebe erwidert, weil darin das wahre, erfüllte Leben liegt. Er zieht die Menschen auf vielfältige Weise zu sich und lädt sie ein, seine Liebe zu erkennen und anzunehmen.

Dabei bleibt der Mensch frei in seiner Entscheidung. Doch nach Franz von Sales gibt es keinen besseren Weg zum Glück als den, Gott zu folgen. Jesus, der gute Hirte, zeigt diesen Weg durch sein Leben und Handeln. Die entscheidende Frage bleibt daher: Wollen wir diesem Hirten folgen und uns auf das Leben einlassen, das er verheißt – ein Leben in Fülle, das über das Irdische hinausgeht?

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Woche und die Erfahrung, dass Gott uns begleitet und uns Schritt für Schritt zu einem erfüllten Leben führt.

Christian Sauer, Gottesdienstbeauftragter